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Ex-Profi Lucic startet zweite Laufbahn

Von Jürgen Schwarz

Am Sonnabend beginnt für den Dresdner SC die neue Saison der Fußball-Bezirksklasse.

 Gleich zum Auftakt steht das Stadtduell gegen Post Dresden an. Der DSC will um den Aufstieg in die Bezirksliga mitspielen. "Das Potenzial ist vorhanden, wir haben eine gute Mannschaft", sagt Boris Lucic, der zusammen mit Jens Flügel die Mannschaft als Trainer betreut.

Mehr Leute im Training

"Aber jeder weiß, dass in dieser Spielklasse der Fußball eine reine Freizeitbeschäftigung ist. Erfolg lässt sich in der 8. Liga viel weniger planen als höherklassig. Es spielen sehr viele Faktoren, die oft nicht im sportlichen Bereich liegen, eine Rolle, um eine Serie erfolgreich zu Ende zu spielen." Lucic, der viele Jahre mit dem Fußballspielen seine Familie ernährte, weiß, wovon er spricht. Eines hat er in der Sommerpause bei seinen DSC-Kickern erfreut zur Kenntnis genommen: Die Trainingsbeteiligung ist wesentlich besser geworden.

Erst mit 37 Jahren hatte Boris Lucic seine Laufbahn beendet. Der Familienvater, seit 21 Jahren glücklich verheiratet (drei Kinder), war zuletzt für Laubegast in der Oberliga aktiv. "Dort habe ich auch mit Jens Flügel zusammengespielt. Wir haben uns schon damals gut verstanden." Seine erfolgreichste Zeit als Fußballer erlebte Lucic in Zwickau und Chemnitz, wo er 41 Zweitligapartien bestritt. In der Saison 1992/93 schaffte es der Mittelfeld-Stratege mit dem CFC sogar bis ins DFB-Pokal-Halbfinale. "Wir gewannen unter anderem gegen Werder Bremen mit 2:1 nach Verlängerung." Auch bei Sachsen Leipzig und bei Aue stand der in Makarska geborene Kroate unter Vertrag.

"Vor genau zehn Jahren kam ich nach Dresden", erinnert sich der 43-Jährige. Beim Dresdner SC absolvierte er in zwei Jahren 49 Regionalligaspiele. "Wir hatten eine tolle Truppe beisammen." Ronny Ernst, Thomas Hoßmang, René Beuchel, Nikica Maglica und Rocco Milde trugen das DSC-Trikot. Auch drei Argentinier (Sanchez, Cassano, Bustos) standen bei den Rot-Schwarzen in Lohn und Brot. "Und René Groß zwischen den Pfosten." Lucic gibt zu, nicht schlecht gestaunt zu haben, als er feststellte, das Groß immer noch für den DSC aktiv ist. "Er ist ja genauso alt wie ich, aber auch mit 43 ein starker Torhüter", stellt er anerkennend fest.

Nach seiner DSC-Zeit spielte Lucic ein paar Monate in Neugersdorf und ab der Rückrunde 2002/03 für die Laubegaster. "Ein Jahr später bekam meine Frau Zwillinge, und ich habe meine Laufbahn beendet." Eine Rückkehr nach Kroatien war zwar ein Thema, aber Lucic blieb in Deutschland. "Seit Januar dieses Jahres habe ich die Trainer-A-Lizenz der Uefa in der Tasche." Den Schein hat er in Kroatien gemacht, "aber ich musste nur dreimal im Jahr nach Hause fliegen, um dort die Prüfungen zu machen. In unserer Gruppe waren etliche Nationalspieler wie Nico Kovac, deswegen ging es ziemlich schnell und unbürokratisch voran."

Boris Lucic hofft, aufgrund seiner Kontakte irgendwann einmal hauptberuflich als Trainer arbeiten zu können. "Wenn es hier nichts wird, gehe ich zurück nach Kroatien." Wichtig war erst einmal der Einstieg. Sein Freund Nikica Maglica half ihm dabei. "Niki hatte Anfang des Jahres beim DSC angerufen, den Kontakt vermittelt und dann habe ich mich mit dem Fußballchef Marcus Zillich getroffen." Der Bezirksklässler soll nun als Sprungbrett für die zweite Laufbahn im Fußballgeschäft dienen. "Derzeit bin ich sicher etwas überqualifiziert", schmunzelt er. "Doch bevor ich zu Hause rumsitze und warte, gebe ich meine Erfahrungen lieber weiter", ergänzt Lucic, der beim DSC auch den Junioren-Trainer Tom Hanitsch unterstützt.

Quelle: Sächsische Zeitung


« zurück 20.08.2010
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